Willkommen! أهلا وسهلا

 

Welche Geschichten wollen wir erzählen?
Welchen Stimmen hören wir zu? Welche Bilder zeigen wir?

Als Ethnologin reiste ich im März 2016 für mehrere Wochen durch das Westjordanland im besetzten Palästina, um mir fernab von Medienberichten, Erzählungen und wissenschaftlichen Texten ein eigenes Bild von der Lebenssituation der Menschen vor Ort zu machen. In dieser Zeit nahm ich am Freedom Ride teil, organisiert durch das kulturell aktivistische Freedom Theatre im Flüchtlingscamp Jenin. Die Fahrt macht auf Bemühungen gewaltfreien Widerstands der palästinensischen Bevölkerung und auf alltägliche Herausforderungen des Lebens unter der israelischen Besatzung aufmerksam. Gemeinsam mit anderen internationalen und palästinensischen TeilnehmerInnen habe ich Gesichter, Lebensräume und Situationen festgehalten und die Geschichten von einzelnen und Gemeinschaften angehört und aufgenommen. Jede einzelne von ihnen ist es wert, erzählt zu werden. Ein Teil davon soll über das dokumentarische Ausstellungsprojekt Ride for Justice – Gewaltfreier Widerstand in Palästina allen Interessierten zugänglich sein. Die Ausstellung steht im Sinne der Botschaft „Come and see, go and tell“, die unserer Gruppe am Ende einer jeden Begegnung mitgegeben wurde. Wie das Freedom Theatre den Erfahrungen der Menschen in Palästina über interaktives Theater eine Bühne gibt, so soll auch die Ausstellung die gehörten Geschichten einem breiten Publikum erzählen. Mit dem Freedom Theatre stellt die Ausstellung eine kulturelle Institution vor, die den Menschen in Palästina unter der Besatzung mit künstlerischen, gewaltfreien Ansätzen einen Raum der freien Entfaltung und der Hoffnung geben kann.

 

Hier, an den Hängen der Hügel,
im Angesicht der sinkenden Sonne
Und des Schlundes der Zeit
Nah‘ den schattenberaubten Gärten
Tun wir, was Gefangene tun,
Tun wir, was Menschen tun ohne Arbeit:
Wir züchten die Hoffnung.

Mahmoud Darwish